Körperpost · Wochenausgabe
am Samstag stand ich am Fenster, die Sonne schien, und mein erster Gedanke war nicht Freude. Er war: „Ich muss heute funktionieren."
Ich habe kurz innegehalten. Und musste lächeln — denn genau darüber wollte ich dir heute schreiben.
Auch mir passiert das noch. Nach über zwanzig Jahren Bewegungsarbeit. Der Weg zurück in den Körper ist keine einmalige Sache. Es ist eine Praxis. Immer wieder. Auch für mich.
Ich sehe es bei so vielen: Müdigkeit. Gereiztheit. Innere Leere.
Und viele denken: „Aber es ist doch Sommer, mir sollte es gut gehen."
Und genau das ist der Punkt:
Der Sommer ist nicht die Lösung. Er kann helfen das Problem aufzudecken.
Im Winter versteht es jeder. Es ist dunkel, es ist kalt — kein Wunder, dass ich schlapp bin. Da haben wir alle Verständnis. Auch mit uns selbst.
Im Frühling schieben wir es auf den Übergang. Im Herbst auf das Wetter.
Aber im Sommer? Ist es zu heiß? Oder gibt es da keine Erklärung mehr.? Und plötzlich stehen wir vor der Wahrheit: Es liegt nie am Wetter.
In meinen Zwanzigern habe ich täglich im Fitnessstudio trainiert, selten aber manchmal sogar zweimal am Tag. Damals war der Sommer draußen. Ich war drinnen. Ich habe geschwitzt. Ich habe funktioniert statt gespürt.
Bis ich beim Orthopäden saß. Mit Rückenschmerzen. In diesem Moment verstand ich etwas, das ich vorher nicht sehen konnte:
Ich war stark. Aber ich war nicht bei mir.
Alles, was ich tat, hatte mich weiter von meinem Körper entfernt. Nicht näher hin.
Dein Körper lügt nicht.
Wenn du dich müde fühlst, obwohl draußen alles strahlt — dann ist das ein Signal.
Und dieses Signal will dich nicht in mehr Belastung bringen. Es will dich zurückholen. In deinen Atem. In deine Aufrichtung. In die Art, wie du dich durch deinen Tag bewegst.
Beweg dich anders.
Ich sehe es bei so vielen: Zehn Stunden am Tag sitzen. Die Schultern hochgezogen. Das Atmen vergessen. Und wenn Bewegung, dann verbissen, nach einem Plan — als wäre der Körper ein Projekt.
Aber der Körper ist kein Projekt. Er ist das einzige Zuhause, das du je haben wirst.
Und der Weg zurück ist nicht Härte. Der Weg zurück ist Aufmerksamkeit.
Drei Fragen, die dich heute schon verändern können:
Wie oft hast du heute bewusst geatmet?
Wann hast du zuletzt gespürt, wie sich deine Wirbelsäule aufrichtet?
Und wann hast du deinem Körper das letzte Mal etwas gegeben — nur weil er es verdient hat, nicht weil er funktionieren muss?
Nicht mehr Bewegung. Andere Bewegung.
Das ist der Weg, den ich seit über zwanzig Jahren gehe. Mit mir selbst — immer wieder. Und mit den Menschen, die mir vertrauen.
Wenn du magst, komm am Dienstagmorgen zum Körperweckruf. Ein guter Ort, um genau das zu üben. Details findest du unten.
Ich wünsche dir einen Sommer, in dem du dich wiederfindest.
Barbara 🩵
Wenn du stärker wirst, wird der Rest leichter.