Körperpost · Wochenausgabe
ich wurde diese Woche an etwas erinnert, das ich gerne mit dir teile.
Wir beschweren uns über den Stau — weil wir ein Auto haben. Wir beschweren uns über den vollen Kalender — weil wir mittendrin im Leben sind. Wir beschweren uns über Freunde, die zu spät kommen — weil wir Freunde haben.
Oft ist eine Beschwerde der versteckte Hinweis darauf, dass wir etwas haben, das uns wichtig ist.
Und mit unserem Körper machen wir es ähnlich. Nur umgekehrt.
Solange er funktioniert, ist er still. Wir nehmen ihn nicht wahr. Wir spüren die Hüfte nicht, solange wir gehen. Wir denken nicht an den Nacken, solange wir tragen. Wir hören dem Atem nicht zu, solange er fließt.
Erst wenn etwas zieht, knirscht oder eng wird — schauen wir hin.
Und dann, wenn er sich meldet, was tun wir?
Wir geben ihm das, was wir kennen. Eine Stunde joggen. Vielleicht zwei.
Aber unser Körper hat nicht eine Bewegung gelernt. Er hat unzählige. Hocken. Drehen. Tragen. Hängen. Krabbeln. Wenn wir ihm immer nur dieselbe Bewegung geben, schrumpft er mit der Zeit auf das, was wir ihm anbieten.
Dankbarkeit für den eigenen Körper heißt: ihm die Vielfalt zurückgeben, für die er gebaut ist.
Genau das machen wir in meinem Unterricht. Wir trainieren nicht das, was wir schon können. Wir erinnern den Körper an das, was er verlernt hat.
Herzlich,
Barbara 🩵
Wenn du stärker wirst, wird der Rest leichter.