Körperpost— Wochenausgabe 23. August 2026
Manchmal denken Menschen, weil ich als Körpermentorin arbeite und gerade ein paar Sommerwochen ohne Kurse habe, sei bei mir alles im Fluss.
Und ich sag dir ehrlich: Ich bin gerade müde.
Nicht dramatisch. Nicht katastrophal. Aber müde. Auch ich merke, wie sich Anspannung über den Sommer angesammelt hat. Auch ich muss mich immer wieder daran erinnern, dass die Erlaubnis, nicht zu leisten, nicht selbstverständlich ist.
Vielleicht kennst du das auch:
Du gibst und funktionierst, versuchst alles zusammenzuhalten — und trotzdem bleibt in dir das Gefühl, dass etwas fehlt. Oder dass alles zu viel geworden ist.
Vielleicht sind es Geldsorgen, innere Unruhe, Erschöpfung. Vielleicht spürst du, dass du eigentlich eine Grenze setzen möchtest — aber nicht die Kraft findest, wirklich Nein zu sagen.
Ein Gedanke ist mir dazu diese Woche besonders geblieben:
Muster, die uns erschöpfen, lassen sich nicht mit derselben Energie verändern, die sie geschaffen hat.
Das klingt abstrakt — aber jeder von uns kennt es: Du bist ausgelaugt, weil du dauernd gibst — und versuchst dann, dich durch noch mehr Machen zu erholen. Du willst zur Ruhe kommen — und schreibst dir „endlich entspannen" als weitere Aufgabe auf die Liste. Du willst weicher werden — und wirst dabei noch strenger mit dir selbst.
Der Grund: Wir versuchen, mit derselben Anspannung, aus der die Erschöpfung entstanden ist, in die Ruhe zu kommen. Das kann nicht funktionieren.
Ruhe braucht eine ANDERE Qualität. Nicht mehr aus Druck — sondern aus Erlaubnis. Nicht mehr Härte — sondern Weichheit. Nicht „ich muss jetzt" — sondern „ich darf jetzt".
Bei mir heißt das gerade: bewusste Bewegung. Ich merke jeden Tag, wie sie mich runterholt und Spannung löst, die sich im Alltag ansammelt und mir Kraft kostet. Dazu: früher ins Bett. Und nicht „Ja" sagen, wenn es eigentlich ein „Nein"wäre.
Was ist es bei dir?
Ich wünsche dir einen Sonntag, an dem du dich selbst versorgst.
Herzlich,
Barbara 🩵
Wenn du stärker wirst, wird der Rest leichter.