Körperpost — Wochenausgabe 13. September 2026
Diese Frage begleitet mich in den letzten Wochen. Mit dem Herbst, mit dem Zurück-in-den-Alltag, mit all dem, was wir uns vornehmen. „Jetzt aber wirklich." „Ab September ziehe ich das durch." „Diesmal bleibe ich dran."
Und ich merke immer mehr: Disziplin ist selten das, was uns weiterbringt.
Wir wissen alle, was gut für uns wäre. Mehr Bewegung. Bessere Ernährung. Mehr Ruhe. Weniger Bildschirmzeit. Nur — wir tun es nicht. Und dann werden wir streng mit uns. „Du müsstest doch..." „Andere schaffen das auch..." „Reiß dich zusammen..."
Das Problem: Der Körper heilt nicht durch Härte. Er heilt durch Weichheit.
Wenn ich meinen Körper nur durch Disziplin bewege, spüre ich ihn nicht. Ich benutze ihn. Er bleibt Werkzeug, nicht Verbündeter. Und irgendwann macht er nicht mehr mit — mit Schmerzen, Steifigkeit, Erschöpfung.
Wenn ich meinen Körper aber aus Zuwendung bewege — weil ich SPÜREN will, wie er sich anfühlt, weil ich mich um ihn kümmern will, weil ich neugierig auf ihn bin — dann öffnet sich etwas. Er wird Stärker. Elastischer. Vertrauter.
Ich sag dir ehrlich: Ich bin selbst dabei, das zu lernen. Immer wieder. Auch mit über 20 Jahren Körperarbeit hinter mir. Härte ist so tief eingebrannt in uns — die Zärtlichkeit mit uns selbst müssen wir bewusst üben.
Vielleicht ist das dein Impuls für den Herbst-Start: Nicht ‚mehr Disziplin' — sondern ‚mehr Zärtlichkeit mit dir selbst.'
Was würde sich verändern, wenn du dich diese Woche so behandelst, wie du deine beste Freundin behandeln würdest?
Ich wünsche dir einen sanften Sonntag.
Herzlich,
Barbara 🩵
Wenn du stärker wirst, wird der Rest leichter.